Die meisten Exporte kommen ohne den Klappbereich „Erweitert“ aus — hier stecken die Einstellungen, die du nur bei speziellen Anforderungen brauchst: eigener Plan-Maßstab, Steckverbindungen, Rundwand-Biegung und der Kerf-Ausgleich für deinen konkreten Lasercutter.

So nutzt du es

Unten im Export-Dialog: Button „Erweitert anzeigen…“ (standardmäßig eingeklappt). Ein Klick blendet die Zusatzzeilen ein und der Button wird zu „Erweitert ausblenden“.

SCREENSHOT-PLATZHALTER — Export-Dialog mit ausgeklapptem Erweitert-Bereich, alle Zeilen sichtbar

Info-Plan-Maßstab

„Maßstab der Info-PDF-Grundrisse:“ — standardmäßig wie Modell, wahlweise 1:50/1:100/1:200/1:250/1:500 oder ein eigener Wert. Damit kannst du den Bauanleitungs-Plan größer drucken als das Modell selbst geschnitten wird (bessere Lesbarkeit der Maßketten), ohne die Bauteile zu verändern.

Blattformat

„Blattformat:“ — standardmäßig automatisch (ArchiCut wählt für jedes Geschoss das kleinstmögliche DIN-Blatt, das den Grundriss noch mit Rand fasst; bei „Gemeinsam nesten“ bekommen alle Geschosse dasselbe Format). Alternativ fest „alle A4/A3/A2/A1/A0 quer“ für alle Geschosse gleich.

Steckverbindungen (Zapfen/Schlitze)

Checkbox „Steckverbindungen (Zapfen/Schlitze)“, standardmäßig aus, plus Feld „Spiel [1/100 mm]:“ (Standard 10 = 0,10 mm).

Aktiviert, bekommen Wände an ihrer Unterkante Zapfen, die passgenau in Schlitze der darunterliegenden Geschossdecke stecken — die Bodenplatte wird damit zur Selbstbau-Lehre: Wände stehen lagerichtig und senkrecht, oft sogar ganz ohne Kleben an der Basis. Bei rechtwinkligen (≈ 90°) Wandecken bekommt die anstoßende Wand ebenfalls Zapfen, die passende Wand Schlitze in der Fläche; kreuzende Wände (X) werden stattdessen als Kreuz-Überblattung ineinandergeschoben. Maximal 2 Zapfen je Wandkante — das reicht, um Position und Drehung eindeutig festzulegen. Das Spiel ist die Toleranz, um die der Schlitz größer ist als der Zapfen (Press-Sitz statt Kleben).

Rundwände: Biege-Ritzabstand

„Rundwände: Biege-Ritzabstand [1/10 mm]:“, Standard 30 = 3,0 mm. Bestimmt, wie eng die Ritzlinien liegen, mit denen gebogene Wände biegsam gemacht werden — mehr dazu in Schräg-Ecken & Rundwände.

Kerf-Ausgleich

„Kerf-Ausgleich [1/100 mm] (0 = aus):“, Standard 0 (aus).

Was ist Kerf? Ein Laserstrahl verbrennt beim Schneiden eine kleine Fuge — er trägt buchstäblich Material ab. Dadurch wird jedes ausgeschnittene Teil in der Realität etwas kleiner als gezeichnet (die Außenkontur „schrumpft“ um die halbe Fugenbreite ringsum), und jedes Loch etwas größer. Bei sehr genau passenden Teilen — vor allem bei den Steckverbindungen oder engen Ecken — summiert sich das spürbar.

Warum 0,2 mm typisch? Die tatsächliche Kerf-Breite hängt von deinem Lasercutter, der Laserleistung, der Vorschubgeschwindigkeit und der Pappe selbst ab. Bei haushaltsüblicher Bastelpappe liegt sie meist zwischen 0,15 und 0,25 mm — 0,2 mm ist ein guter Startwert, wenn du noch nicht kalibriert hast.

Wirkung auf Zapfen: Ist der Kerf-Ausgleich aktiv, versetzt ArchiCut alle Schnittkonturen um die halbe eingestellte Fugenbreite nach außen und alle Löcher um denselben Betrag nach innen — der Laserstrahl brennt dann genau so, dass die fertige Kante wieder auf dem Nennmaß liegt. Zapfen und Schlitze bleiben dadurch maßhaltig; Gravuren (Labels, Ritzlinien, Biegemuster) sind davon nicht betroffen, weil dort nichts weggeschnitten wird.

Teststreifen-Tipp: Bevor du ein ganzes Modell schneidest, lohnt sich ein kleiner Teststreifen: ein Zapfen und ein passender Schlitz nebeneinander, einmal mit Kerf-Ausgleich 0 und einmal mit deinem geschätzten Wert. Miss danach mit dem Messschieber, wie stramm der Zapfen im Schlitz sitzt, und passe den Wert entsprechend an — das ist die zuverlässigste Kalibrierung für deinen konkreten Cutter und deine konkrete Pappe.

Kontroll-Overlay

Checkbox „Kontroll-Overlay in Archicad zeichnen“, standardmäßig aus. Zeichnet die Papp-Bänder zusätzlich als 2D-Elemente in dein Archicad-Projekt — Details in Kontroll-Overlay.

Gesamtes Modell

Checkbox „Gesamtes Modell (nicht pro Geschoss abnehmbar): AW/Fassade durchgehend“, standardmäßig aus (= pro Geschoss abnehmbar, das übliche Vorgehen). Aktiviert, verschmelzen übereinanderliegende Außenwände/Fassaden mehrerer Geschosse vertikal zu einem hohen durchgehenden Teil, statt geschossweise trennbar zu sein — sinnvoll für ein Modell, das nicht in einzelne Geschossebenen zerlegbar sein soll. Steckverbindungen sind in diesem Modus noch nicht verfügbar.

Tipp

Für den Standardfall lässt du „Erweitert“ einfach zu — die Defaults sind so gewählt, dass ein Export ohne jede Erweitert-Einstellung ein sauberes, klassisch geklebtes Papp-Modell ergibt. Kerf-Ausgleich und Steckverbindungen lohnen sich vor allem, wenn du dieselbe Vorlage öfter auf demselben Cutter schneidest und die letzten Zehntelmillimeter Passgenauigkeit willst.