Der Grundriss im Info-PDF ist keine schematische Übersicht — er zeigt exakt das, was auf den Schnitt-Bögen liegt. Was im Plan steht, kannst du eins zu eins beim Kleben nachvollziehen.
Das WYSIWYG-Prinzip (What You See Is What You Get)
„Der Grundriss zeigt immer genau das, was die Laserdatei hat.“ Wandenden im Plan sind auf dieselben Papp-Stirnflächen der Stoßpartner gesetzt wie in der Schnittdatei — kein Spalt, keine Überlappung. Kollineare Wandstücke gleicher Pappe erscheinen als ein verschmolzenes Band, genau wie sie auch als ein Teil geschnitten werden. Wenn du im Plan siehst, wie zwei Wände aufeinandertreffen, ist das exakt die Geometrie, die du beim Kleben vor dir hast.
Jedes Geschoss bekommt im Info-PDF zwei Plan-Seiten:
Teil 1: Bauteile
Zeigt jedes Bauteil als farbige Fläche mit seinem Label (z. B. AW-03, IW-12, ST-01) direkt eingezeichnet. Die Füllfarbe folgt einer festen Konvention:
| Kategorie | Farbe |
|---|---|
| AW (Außenwand) | Rot |
| TW (Trennwand) | Gelb |
| IW (Innenwand) | Grün |
| ST (Stütze) | Grau |
| FA (Fassade) | Hellblau |
| Decke | Grau |
Eine Legende am unteren Blattrand zeigt nur die Kategorien, die auf diesem Blatt tatsächlich vorkommen. Im Hybrid-Modus bekommen gedruckte (nicht gelaserte) Teile immer den grauen Stützen-Farbton plus einen eigenen Legendeneintrag „3D-Druck“ — auch hier gilt WYSIWYG: graue Fläche heißt „liegt nicht auf dem Bogen“.
Teil 2: Stöße + Maße
Dieselbe Geometrie, jetzt mit Maßketten (in echten Modell-Millimetern, nicht Papier-mm — du liest also reale Maße direkt vom Plan ab) sowie Stoß-Markern an jedem Knotenpunkt:
- E — Ecke: zwei Wände treffen sich nicht geradlinig (Knick/rechtwinklige Ecke).
- T — T-Stoß: eine Wand läuft durch, eine dritte stößt seitlich an.
- X — Kreuzung: vier oder mehr Wandarme treffen sich in einem Punkt.
Läuft eine Wand einfach gerade durch (keine echte Ecke, ~180°), setzt ArchiCut keinen Marker — nur echte Stoßsituationen werden markiert.
Fenster im Grundriss
Ein Fenster ist kein eigenes Bauteil — es ist ein Ausschnitt innerhalb eines Wandbands (AW/FA). Massive Wandstücke zeigt der Plan als volle Farbfläche mit durchgezogenem Rand, Fensteröffnungen als hellere Fläche mit gestricheltem Rand, genau an der Stelle, an der später beim Schneiden das Loch in der Pappe entsteht — auch das folgt dem WYSIWYG-Prinzip.
Zwei Details dazu: Fensterkanten bekommen in Teil 2 keinen E/T/X-Marker (die gibt es nur an echten Wandstößen), und ein Fenster hat kein eigenes Label — es bleibt Teil des Wandstücks, in das es geschnitten wird.
Lagen-Streifen
Bauteile, die als Papp-Stapel geschnitten sind (siehe Pappstärken), zeigt der Plan mit gestrichelten Längslinien im Band — eine Linie je zusätzlicher Lage. So erkennst du direkt am Grundriss, welche Wand aus mehreren übereinandergeklebten Pappstücken besteht, ohne erst die Tabelle nachzuschlagen.
W-Winkellehren
An Ecken abseits des rechten Winkels (Schrägecken) steht zusätzlich eine W-Nummer (z. B. „W1“) direkt an der Ecke im Plan — sie verweist auf die passende Winkellehre auf dem letzten Bogen. Details dazu in Schräg-Ecken & Rundwände.
Gestrichelte Ritzlinien
Gestrichelte Linien im Plan markieren Gravuren, keine Schnitte — Biegeritzungen bei Rundwänden oder Handfasen an Schrägecken. Sie werden auf dem Bogen als Magenta- bzw. Cyan-Linie geliefert und dürfen nicht durchgeschnitten werden.
Tipp
Baue Geschoss für Geschoss direkt auf einem ausgedruckten Teil-2-Blatt als Unterlage — die Maßketten und E/T/X-Marker zeigen dir in Echtzeit, ob ein Teil an der richtigen Stelle sitzt, bevor der Kleber trocknet.
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